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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Karlsgraben und Karlsgrabenausstellung

Karlsgraben

Zwischen Altmühl und Rezat liegt beim Dorf Graben eines der größten technischen Kulturdenkmäler des frühen Mittelalters: die FOSSA CAROLINA (der Karlsgraben). Eine heute noch 500 m lange Wasserfläche und daran anschließende Erdwälle zeugen von dem ersten Versuch, Rhein, Main und Donau durch eine Wasserstraße zu verbinden.

Graben liegt an der europäischen Hauptwasserscheide. Hier nähern sich die Flusssysteme von Rhein und Donau einander auf wenige Kilometer an und sind nur durch eine leichte Anhöhe getrennt. Diese besondere Situation erklärt sich aus der Erdgeschichte: Vor der Entstehung des Ries-Kraters vor 15 Millionen Jahren floss der Ur-Main durch dieses Tal der Donau.

 

Karl der Große ließ hier im Jahre 793 einen rund 3000 m langen Kanal ausheben, um bequem mit Schiffen in den Südosten seines Reiches fahren zu können.

Er führte in diesen Jahren Krieg mit den Awaren, den feindlichen Nachbarn des Frankenreichs im Südosten, die nach der Absetzung Herzog Tassilos III. (788) in Bayern eingefallen waren.

Flüsse gehörten damals zu den Hauptverkehrswegen; der Kanalbau sollte den Nachschub für das fränkische Heer mit Schiffen erleichtern. Karls Biograph Einhard berichtet zum Jahre 793 von den Bauarbeiten. Die fränkischen Ingenieure stießen auf unerwartete Schwierigkeiten: "Denn wegen des anhaltenden Regens sowie durch die sumpfige Bodenbeschaffenheit konnte das Werk keinen Bestand haben. Was die Werkleute bei Tag aushoben, rutschte bei Nacht wieder an seinen Platz zurück." Schlechte Nachrichten aus dem Norden und Osten des Reiches zum Abbruch des Unternehmens. Die Region an Altmühl und Rezat war seit der Römerzeit erschlossen, der Übergang zwischen den Flüssen wohl seit langem in Gebrauch.

 

Die Ausstellung zeigt seltene Exponate, die von der Besiedelung in der Karolingerzeit zeugen und den politischen Hintergrund des Kanalbaus beleuchten. Die FOSSA CAROLINA wäre wohl nur für Boote passierbar gewesen. Der technische Stand der Zeit und die Probleme der Wasserhaltung ließen allein eine schleusenlose Ketten von Weihern zu, zwischen denen die Boote geschleppt werden mussten.


König Ludwig I. von Bayern knüpfte an den Kanalbauversuch an, als er 1836 - 1846 den Ludwig-Donau-Main-Kanal anlegen ließ.

Dem modernen Schiffsverkehr war dieses Bauwerk allerdings nach 1900 nicht mehr gewachsen. Ab 1921 wurde als Nachfolgeprojekt der Main-Donau-Kanal geplant und am Main mit den Baumaßnahmen begonnen. 1992 ist der Bau fertiggestellt worden: Eine moderne Wasserstraße, die Nordsee und Schwarzes Meer miteinander verbindet. Der neue Kanal hat eine zweite wichtige Funktion: Er dient zusammen mit dem neuen "Fränkischen Seenland" zur Wasserüberleitung in das niederschlagsarme Franken.

 

Ausstellung in der Hüttinger-Scheune

Die Ausstellung informiert über die Erdgeschichte der Region und zeigt Gesteine und Erdproben, aus denen Geologen die Entstehung der Wasserscheide bei Treuchtlingen erschließen. Außerdem informiert sie über die Technik und präsentiert neue Forschungsergebnisse, die den Kanalbau Karls des Großen als imponierende Leistung von Ingenieuren und Organisatoren erkennen lassen. Die Geschichtsschreibung hat die Erinnerung an die FOSSA CAROLINA lebendig erhalten.

 

Die Karlsgrabenausstellung in der Hüttinger-Scheune in Graben mit Multimedia-Präsentation ist außer dienstags täglich von 14 - 17 Uhr geöffnet.

 

 

Ausstellung in der Hüttinger-Scheune

Im September 2004 wurde der Karlsgraben durch die Ministerialrätin im Bayerischen Umweltministerium, Christina von Seckendorff, mit dem Gütesiegel als eines der 100 schönsten Geotope Bayerns ausgezeichnet.

Dieses Programm hat zum Ziel, landesweit die bedeutendsten geologischen Naturschätze zu vernetzen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu werden bayernweit 100 herausragende erdgeschichtliche Besonderheiten allgemein verständlich vorgestellt und fachkundig erhalten.

 

Weitere Infos können Sie abrufen unter www.geologie.bayern.de/geotope/geotopeBayernsSchoenste/26.html



 

Information:

Kur- und Touristinformation

Heinrich-Aurnhammer-Str. 3

Stadtschloss

91757 Treuchtlingen

Telefon: 09142/9600-60

Telefax: 09142/9600-66

E-Mail: tourismus@treuchtlingen.de